Das Gefühl „Produktiv zu sein“

Mein gestriger Ausflug zur Botschaft ist erfolgreich überstanden und das Vorbereitungsseminar rückt immer näher. Der Gedanke bald erst mal zehn Tage weg zu sein hat mir anfangs der Woche noch Stress bereitet, ist nun aber zu einer schönen Aussicht geworden.

Stress deshalb, weil nicht zuhause sein bedeutet, keine Gelegenheit zu haben, alles Notwendige in Richtung Freiwilligendienst erledigen zu können. So war ich diese Woche im Zugzwang, in der sauren Apfel zu beißen. Das heißt im Klartext: zwei Impfungen, zwei Banktermine, der Visumsantrag, ein paar abgesendete Briefe und bestellte Kontaktlinsen.

Auf meiner Liste von Dingen, die noch unbedingt vor dem Seminar erledigt sein müssen, ist jetzt nur noch eines offen- Koffer für ebendieses Seminar packen!

 

Auf dem Weg nach Berlin

Wenn man vorhat, eine längere Zeit im nichteuropäischen Ausland zu verbringen, dann ist in der Regel Eines unabdingbar: ein Visum.

So sitze ich gerade im Zug nach Berlin, um dort die kirgisische Botschaft aufzusuchen. Es ist 6:43. Ich habe Hunger und ich bin müde und aufgeregt und nervös. Vor allem aber bin ich glücklich und da ist wieder diese Vorfreude, bald einen weiteren Schritt auf meiner Reise nach Kirgistan gegangen zu sein.

So ein Jahr wegzugehen ist eben schön, aber nicht immer einfach. Der Aufenthalt nicht und die Vorbereitungen auch nicht. Das gehört dazu.

Es gehört dazu, ein Telefonat mit der kirgisischen Botschaft halb auf Englisch, halb auf Deutsch zu führen, um einen Termin zu vereinbaren. Es gehört dazu, kurzfristig ein Zugticket nach Berlin zu buchen. Es gehört auch dazu, morgens um 4:00 aufzustehen, damit man pünktlich den Zug kriegt und es gehört dazu, immer wieder panisch zu checken, ob man auch alle Unterlagen dabei und richtig ausgefüllt hat. Das sind die Schattenseiten.

Genauso hat dieser kleine Visums-Trip nach Berlin natürlich auch unglaublich viel Positives an sich. So konnte ich zum Beispiel heute Morgen den Sonnenaufgang beobachten, ich habe außerdem Zeit auf der Zugfahrt ein bisschen nachzudenken, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben und die Vorfreude auf Kirgistan und das Kribbeln im Bauch mal richtig zu genießen. Dank diesem Trip habe ich außerdem die Gelegenheit heute eine meiner baldigen WG-Mitbewohnerinnen persönlich kennen zu lernen und ich habe auch die Chance ein bisschen Berliner Luft zu schnuppern und mir vielleicht sogar das ein oder andere anzusehen, wenn mein Termin bei der Botschaft erledigt ist.

Und so freue ich mich heute auf Berlin und den Visumsantrag mit allem, was eben dazu gehört.

Vorfreude und Vorbereitungen

Die Vorfreude ist groß. Nachdem das Abitur nun endlich erfolgreich bestanden ist, kann ich mich mehr und mehr den Vorbereitungen für Kirgistan widmen. So lese ich momentan zwischen Arztterminen und Impfungen meine Reiseführer und Lektüren über Freiwilligendienste in Ländern des globalen Südens und versuche zwischen dem Kündigen und Unterschreiben von Verträgen ein bisschen Russisch zu lernen und mich mit dem kyrillischen Alphabet vertraut zu machen.

So anstrengend manche dieser vorbereitenden Schritte auch sein mögen, so befreiend und wunderbar fühlen sie sich auch an. Selbst der Zahnarzttermin bereitet da Vorfreude, weil einem klar wird, dass es jetzt endlich richtig losgeht. Endlich liegt der Freiwilligendienst, der Aufenthalt in Kirgistan, die Arbeit am Projekt nicht mehr nur in ferner Zukunft, sondern rückt immer näher. Anstatt sich „ein bisschen zu informieren“, fängt man an zu träumen. Welche Sehenswürdigkeiten möchte ich während des Aufenthaltes sehen? Und noch viel wichtiger, wie werde ich mich wohl mit den WG-Mitbewohnern verstehen?  Wie genau wird mein Projekt aussehen, wenn es nicht mehr nur eine Beschreibung auf dem Papier ist? Wie wird die Verständigung mit den Kindern des Rehabilitationszentrums anfangs funktionieren?

Diese Vorfreude ist schön, ein klein wenig mit Angst verbunden und ein bisschen mit Stress, aber insgesamt ganz wunderbar. Da ist ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch und ein Lächeln auf dem Gesicht, wann auch immer einem bewusst wird, ob nun beim Arzt oder beim Reiseführer lesen:  bald geht es los.

einfach anfangen

Einfach anfangen. Lang ersehnt und viel angekündigt, ist mein Blog immer noch eine kleine Baustelle. Die Perfektionistin in mir wollte ihn so auf dem Bildschirm sehen, wie er auch im Kopf ist – mit einem Bild von der kirgisischen Gebirgskette des Tien Schan im Hintergrund, einem fertigen Menü, indem man alle erdenklichen Informationen findet und am besten noch mit ein paar ansprechenden ersten Beiträgen. Das ist natürlich eher utopisch als realisierbar. Also überzeugte ich ebenjene Perfektionisten davon, einfach erst einmal anzufangen, den Blog auf dem Weg, Post für Post wachsen zu lassen, und zunächst ein Bild vom heimatlichen (sehr deutschen) Deister als Hintergrund zu verwenden – Perfektion ist schließlich langweilig!

Das gesagt, begrüße ich alle recht herzlich zu meinem ersten Blog Post. Ich bin Charlotte, 19 Jahre alt, und werde – wie viele von euch sicherlich wissen – im August für einen Weltwaerts – Freiwilligendienst nach Kirgistan gehen. Dort werde ich in der Hauptstadt Bischkek in einem staatlichen Zentrum für Straßen- und Waisenkinder arbeiten. Auf dieser Reise, angefangen bei den Vorbereitungen, möchte ich euch gerne mitnehmen und in diesem Blog über alle positiven aber vielleicht auch auf den ersten Blick negativ erscheinenden Erfahrungen berichten.

Einen riesigen Dank möchte ich hiermit unbedingt auch an alle aussprechen, die mit einer kleinen oder etwas größeren Geldspende Teil meines Förderkreises geworden sind!

 

 

 

 

 

 

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